Ist Milch ungesund?

Ich dachte, ich höre nicht recht, als ich neulich im Sender ARTE ein Interview mit einem französischen Wissenschaftler sah, der behauptete: „Nach neuesten Erkenntnissen ist Kuhmilch für Menschen nicht gesund!“ Und das in einer Zeit, in der die Milch-Lobby uns einhämmert, es gäbe kaum etwas gesünderes als Milch. In der TV-Werbung bekommen Fünfjährige von ihrer schönen blonden Mutti eine spezielle Milchschnitte „mit der Extra-Portion Milch“. 

Ich bin noch in einer Zeit aufgewachsen, als Milch mit Honig als ideales Hausmittel gegen Halsschmerzen und Schlafstörungen galt. Und jetzt heißt es auf einmal: Kuhmilch ist gut für Kälber, aber nicht für Menschen, denn sie macht nicht nur dick, sie kann auch schuld sein an Allergien, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Parkinson, Alzheimer, Entzündungsprozessen, Neurodermitis, Diabetes, Übergewicht, Arterienverkalkung und sogar Krebs. In einem SPIEGEL-Artkel heißt es: Menschen, die wegen Laktoseintoleranz Milchprodukte meiden müssen, erkranken seltener an Brust-, Eierstock- und Lungenkrebs.

Mehrere Studien beweisen auch einen Zusammenhang zwischen Milchverzehr und der Entstehung von Diabetes Typ1, weisen aber auch darauf hin, dass andererseits Muttermilch vor Diabetes Typ1 schützt. Kuhmilch kann bei Kindern Asthma, Atemwegsinfekte (Husten, Schnupfen), Mittelohrentzündungen, sowie bei Jugendlichen Akne verursachen. Wichtig zu wissen: Das Risiko für diese Erkrankungen steigt mit dem Verarbeitungsgrad der Milch, also dem Homogenisieren und Pasteurisieren. Je natürlicher die Milch ist, desto gesünder sind die Konsumenten, heißt es in fast allen Untersuchungen. Erhitzt man die Rohmilch, dann steigt das Krankheitsrisiko. Allerdings kann die so genannte „Rohmilch“, die unbehandlt direkt aus dem Kuhstall kommt, auch bakteriell belastet sein.

Immer mehr Menschen vertragen keine Laktose (Milchzucker). Da geht es ihnen übrigens wie unseren Ur-Ur-Ahnen in der Steinzeit. Auch die vertrugen keine Milch, wie Untersuchungen von Evolutionsbiologen zeigen.

Milch also ein „Weißes Gift“, das mehr schadet als nützt? Der Internet-Plattform „Zentrum der Gesundheit“ entnehme ich u. a., dass Milch trotz ihres hohen Gehalts an Calzium keineswegs vor Osteoporose schützt, wie es immer geheißen hat, sondern dass hoher Milchverzehr (drei Gläser Milch pro Tag) das Risiko für Knochenbrüche sogar erhöht. Nicht nur das: Schwedische Forscher beobachteten bei Menschen, die besonders gern Milch trinken, auch „einen früheren Todeseintritt“. Ich muss sagen, das hat mich echt geschockt.

Ich möchte aber hier keine Vorurteile gegen Milch schüren. Denn Milch enthält auch eine Reihe wichtiger Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente, die von unserem Körper angenommen und gut verarbeitet werden. Interessant: Mehrere wissenschaftliche Studien zeigen, dass das Risiko, dick zu werden, bei Menschen, die Vollfettmilch trinken, geringer ist als bei denen, die behandelte fettarme Milch trinken.

Falls Sie, liebe Leserinnen und Leser, mehr über alternative Heilmöglichkeiten wissen möchten, empfehle ich Ihnen mein Buch „Leben ohne Ärzte“, erschienen im Gebr. Mai-Verlag, Berlin.